Gute Frage, wer bin ich und wenn ja, weshalb...

 

Das bin ich im Hause meiner Grossmutter in Arth-Goldau, zwei Jahre alt. Meine Eltern Paul und Oliva zogen von Hohtenn VS, wo ich geboren war, in die Innerschweiz, weil es nicht genug Arbeit gab in der Schuhmacherei meines Vaters. 

Ich war die Älteste von schlussendlich vier Kindern.

Warum ich Elvana heisse`?

Diese Frage stellte ich mir selber auch, als ich zur Schule ging. Das war dann in Gränichen AG. Dort kaufte mein Vater ein kleines älteres Haus mit einer kindgerechten Umgebung: eine alte Kiesgrube mit grossem Baumbestand, einen Hügel zum Herunterrasen, sei dies mit selbstgebauter Seilbahn oder dem Schlitten im Winter.

Im Dorf gab es eine Coiffeuse mit tizianroten Haaren. Sie hatte ein Velo. Ich fand, wenn ich dort vorbeiging zum Schulhaus, das sei eine schöne Frau. Sie hiess Yolanda. Ich fragte mich, warum habe ich nicht so einen schönen Namen wie sie...

Später ging ich auf die Suche: man erzählte mir im Wallis, der Name käme aus einem Theaterstück, das in Gampel aufgeführt wurde, als meine Mutter schwanger war. Eigentlich wollten sie mich Renata taufen, aber eine andere Frau im Dorf gebar eine Woche vor ihr und gab ihrer Tochter diesen Namen. Da erinnerte mein Vater sich an das Theaterstück, in welchem diese Elvana vorkam. Man einigte sich. Der Vater ging nach Steg hinunter auf die Gemeinde und meldete die Geburt an. Der Mann vom Geburtsregister schaute ihn gehäuselt an und suchte den Namen in seinem Geburtsregister. Nein, den Namen gibt es nicht, sagte er. Denk dir was anderes aus. Doch, doch, den Namen gibts. Da war dieses Theater im Herbst, und die in dem Stück hat so geheissen. Der Beamte blätterte eine Weile, dann sagte er: gut also.... ja, dann gibt es nur eine Variante, du musst einen zweiten Namen angeben. Mein Vater schmunzelte und gab den Namen meiner Taufpatin an, Ida. So bin ich also Elvana Ida, wobei dieser zweite Name erst zum Zuge kam, als ich anfing in die arabischen Länder zu reisen. Dort sagten sie mir dann Aida, weil das englisch ist für das gleiche, wie man mir sagte und zudem ist Aida ein gängiger Mädchenname bei den Beduinen im Sinai. 

Das sind uralte Bilder von meinen Grosseltern, der Grossvater war Briefträger mit Uniform. Das war dannzumal eben so. Die Familie meines Vaters war musikalisch, alle spielten Gitarren. Und ich hatte damals schon keine Angst vor grossen Tieren: der Bläss und später der Cäsar waren grosse Hunde, echt viel grösser als ich, aber wie man sieht, klappte das...

In der Mitte rechts das Dorf Hohtenn, an der Lötschbergsüdrampe gelegen. Von dort war meine Mutter und ich wurde dort als Älteste geboren.

Vom Wallis oben in der Mitte über Arth-Goldau führte die Wanderlust meines Vaters, bedingt durch seinen Beruf nach Aarau, wo ich meinen Bruder bekam und ich den Kindergarten besuchte. Aber das war noch lange nicht das Ende unserer Reisen.....